DAS RICHTIGE BRAUTKLEID FINDEN - AUS SICHT EINER HOCHZEITSFOTOGRAFIN

Das Brautkleid zu kaufen ist ohne Frage der wohl aufregendste und wichtigste Fashion-Kauf im Leben einer Frau. Und nicht ohne Grund. Schließlich gibt es kaum ein Kleidungsstück, dem so viel Bedeutung zugeschrieben wird. Pinterest-Boards füllen sich, Instagram-Saves häufen sich, Magazinseiten werden gefaltet. Doch spätestens vor dem Spiegel im Brautmodengeschäft wissen viele Bräute plötzlich gar nicht mehr, was sie eigentlich wirklich selbst wollten. Diese Entscheidung können wir dir natürlich nicht abnehmen. Aber nach so vielen Hochzeiten, zig Brautkleidern und unzähligen entstandenen Bildern gibt es ein paar Dinge, die wir immer wieder beobachten.

Deshalb haben wir für euch zusammengefasst, worauf es beim Kauf eures Brautkleides wirklich ankommt – aus unserer Sicht als Fotografen. Denn während die Blumen verblühen und der Tag viel zu schnell vergeht, bleiben neben euren Ringen nach der Hochzeit vor allem die Bilder.

Reinweiß ist selten die beste Wahl

Das klingt zunächst wie ein kleines Detail. Tatsächlich macht die Farbe deines Kleides auf Fotos aber einen größeren Unterschied, als viele vermuten. Reinweiß wirkt im Brautmodengeschäft oft besonders frisch und strahlend. Auf Fotos kann dieser Ton jedoch schnell Details verschlucken. Feine Stoffstrukturen, Stickereien oder Spitze verlieren an Tiefe und die Haut wirkt häufig heller, als sie tatsächlich ist. Unsere Empfehlung: Greife lieber zu soften Nuancen wie Ivory, Champagne, Ecru oder einem warmen Off-White. Diese Farbtöne schmeicheln nahezu jedem Teint, wirken natürlicher und lassen die Details deines Kleides wunderschön zur Geltung kommen.

Und noch ein kleiner Tipp: Verlass dich bei der Anprobe nicht nur auf das Licht im Geschäft. Tritt ans Fenster und schau dir das Kleid im Tageslicht an. Denn genau dort entstehen später auch die meisten eurer Bilder.

Lass Vorstellungen los und hör auf deine Intuition

Die meisten Bräute kommen mit einem ganz bestimmten Bild im Kopf zur Anprobe. Das ist völlig normal. Manchmal ist es aber auch genau das, was den Blick auf das richtige Kleid verstellt. Nicht selten ist es das Kleid, das man sich nie ausgesucht hätte, das plötzlich alles andere in den Schatten stellt. Nicht auf dem Bügel, nicht auf Pinterest – sondern am eigenen Körper. Frag dich bei jeder Anprobe ehrlich: Fühle ich mich darin wirklich wohl? Schmeichelt es mir und meiner Persönlichkeit? Oder gefällt mir vor allem die Idee dieses Kleides – weil ich es bei einer anderen Braut gesehen habe? Und genau das sieht man später auch auf den Bildern. Es gibt Kleider, die wunderschön aussehen. Und es gibt Kleider, in denen eine Frau ganz sie selbst ist. Der Unterschied ist oft kaum greifbar – aber auf Fotos sofort sichtbar.

Die schönsten Bilder entstehen selten, weil ein Kleid perfekt sitzt. Sie entstehen, wenn man aufhört, darüber nachzudenken, wie man aussieht. Deshalb lohnt es sich, auch den Kleidern eine Chance zu geben, die nicht auf deinem Pinterest-Board gelandet wären. Oft ist es genau das Kleid, das man nie gesucht hat, das sich am Ende am meisten nach einem selbst anfühlt.

Bewegung statt Perfektion

Ein Kleid, das steht, ist schön. Ein Kleid, das sich bewegt, ist unvergesslich. Chiffon, leichte Seide oder fließender Crepe sind Stoffe, die auf den Wind reagieren, beim Gehen mitschwingen und beim Drehen aufgehen. Genau das sind die Momente, die wir als Fotografen lieben. Die Bilder, die dabei entstehen, haben eine Leichtigkeit und Lebendigkeit, die sich kaum inszenieren lässt. Gleichzeitig bedeutet ein schwerer oder strukturierter Stoff keineswegs, dass er weniger fotogen ist. Ganz im Gegenteil. Bei diesen Kleidern stehen die Form, die Silhouette und die Ausstrahlung der Braut oft noch stärker im Fokus. Sie wirken häufig besonders elegant, selbstbewusst und zeitlos. Wenn du zwischen zwei Kleidern schwankst, probiere beide in Bewegung. Geh ein paar Schritte. Dreh dich. Heb die Arme. Denn oft zeigt sich erst dann, welches Kleid nicht nur schön aussieht, sondern sich auch nach dir anfühlt.

Details, die auf Fotos wirken

Spitze. Schleifen. Rückenausschnitte. Bestickter Tüll. Die kleinen Details sind oft die, die einem Kleid seinen Charakter verleihen. An eurem Hochzeitstag sind wir ständig auf der Suche nach genau diesen Details. Nach Dingen, die man vielleicht nicht sofort wahrnimmt, die einem Bild aber Tiefe geben. Etwas, worauf das Auge immer wieder zurückkommt. Etwas, das es zu entdecken gibt. Besonders unterschätzt wird dabei der Rücken eines Brautkleides. Du selbst siehst ihn kaum – wir dafür den ganzen Tag. Ein tiefer Rückenausschnitt, feine Knopfleisten, zarte Spitze oder eine große Schleife können auf Fotos eine unglaubliche Wirkung entfalten. Besonders bei Brautportraits. Die Bilder, in denen du dich noch einmal umdrehst, der Stoff sich bewegt und du für einen Moment aussiehst wie die Hauptfigur eines legendären Nancy-Meyers-Films. Generell gilt: Je mehr Charakter ein Kleid in seinen Details mitbringt, desto mehr Möglichkeiten entstehen auch fotografisch. Es sind oft genau diese kleinen Besonderheiten, die Raum für die editorial Bilder schaffen, die man sonst aus Fashion-Magazinen kennt – stilvoll, modern und mit diesem gewissen High-Fashion-Gefühl, ohne dabei jemals inszeniert zu wirken.

Ein wunderbares Beispiel, wie nur eine Statement-Schleife sogar einen kurzen Standesamt-Look in einen echten Brautkleid-Traum verwandeln kann.

Hier kommst du zur Galerie der Hochzeit.

Das Wichtigste: Wohlfühlen schlägt alles

Kein Tipp, kein Trend und kein Ratgeber dieser Welt ist so wertvoll wie das eine Gefühl: Bräute, die sich in ihrem Kleid wirklich wohlfühlen, erkennt man sofort. Nicht nur im echten Leben, sondern auch auf Bildern. Sie bewegen sich selbstverständlich, lachen unbeschwert und vergessen irgendwann, dass eine Kamera auf sie gerichtet ist. Genau dann entstehen die Momente, die euch für immer bleiben. Wenn du dich in deinem Kleid schön fühlst, gibt uns das als Foto- und Videoteam die Freiheit, kreativ zu werden. Mit Licht zu spielen, Stimmungen einzufangen und eure Geschichte so festzuhalten, wie sie sich angefühlt hat – und trotzdem künstlerisch in Szene gesetzt. Denn am Ende geht es nicht darum, das perfekte Kleid zu finden. Es geht darum, das Kleid zu finden, das sich nach dir anfühlt.


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